«Historisch gesehen bedeutet Ort Identifikation und Bezugspunkt. Das Zeitalter der virtuellen Realität hat den Ort austauschbar gemacht, ihn eingeebnet durch ein Zuviel an Bildern. Ich frage mich, ob der Theaterschaffende nicht das Dunkel des Theaterraumes verlassen sollte und hinausgehen und den Dingen dort zuhören, wo sie geschehen. Die Bilder wieder an ihren Ort zurückbringen oder neu entstehen lassen. Ein Teil der Landschaft werden lassen.» Fabrizio Crisafulli

Die Fragen und Antworten, die sich daraus ergeben verändern sich ständig. Die Bilder, die wir finden, sind nur an diesem Spielort möglich und mit Spielerinnen und Spielern aus dieser Gegend. Sie stellen ihre eigenen Biografien, Gedanken und Gefühle den Figuren zur Verfügung. So entsteht im Laufe der Probezeit eine eigene, unverwechselbare Welt. Gerade in der Zusammenarbeit mit Laien ist der stete Austausch von Fragen und Antworten ein äusserst wichtiger und spannender Teil der Arbeit als Regisseur.
 
Die Kunst der Laien liegt in der Beschränkung auf das ihnen gemässen Thema und auf die in ihnen schlummernden Möglichkeiten des direkten und spontanen Ausdrucks. Es ist der Stoff einer unmittelbar erlebten und erfahrenen Wirklichkeit, und im Zentrum der Darstellung steht das Erlernen und Aneignen einer eigenen Realität mittels Spiel.
 
Zuschauerinnen und Zuschauer sollen aber nicht mit traurigen und allzu nachdenklichen Gedanken das «Hämeli» wieder verlassen. Vor allem die Kinder werden dafür sorgen, dass trotz dem dramatischen Stoff von Gotthelf auch Hoffnung und hie und da Humor aufkommen. Mit dem bewussten Einsetzen von technischen Hilfsmitteln (Licht, Ton, Requisiten) werden wir die Landschaft, den Raum und die bestehenden Häuser bespielen und so versuchen, eine möglichst reale Welt zu erschaffen.

Rolf Schoch, Regisseur

Impression aus dem Stück «Die schwarze Spinne»

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